Antioxidantien in Chiasamen

Chia-Samen enthalten große Mengen sogenannter Antioxidantien. Diese Stoffe schützen nicht nur die wertvollen Fette in den Samen vor dem Ranzig werden, sondern schützen auch unsere Zellen vor schädlichen Radikalen und anderen schädlichen Umwelteinflüssen.

Freie Radikale sind hochreaktive, toxische Stoffe, die zum einen durch äußere Faktoren wie UV-Strahlung, Zigarettenrauch und Autoabgase entstehen, aber auch durch persönliche Faktoren wie Ernährung und Alkoholkonsum. Auch bei Stress, Infekten und Entzündungen kommt es zu einer vermehrten Bildung freier Radikale.

Antioxidantien schützen zudem die Haut vor dem Altern (vor allem vor dem durch UV-Strahlung hervorgerufenen Photoageing), können vor Krebs schützen, und wurden in  diversen Studien mit zahlreichen anderen positiven gesundheitlichen Wirkungen in Zusammenhang gebracht.

Die Antioxidantien in Chia sind vor allem Flavonoide wie Quercetin und Kaempferol sowie verschiedene Polyphenole:

Quercetin

Das Polyphenol Quercetin ist einer der bedeutendster Vertreter der sogenannten Flavonoide. Diese sekundären Pflanzenstoffe sind in der Natur weit verbreitet und für ihre antioxidativen Eigenschaften bekannt. Quercetin ist nicht nur in Chia-Samen sondern auch auch in zahlreichen Arzneipflanzen wie z.B. Ginkgo, Johanniskraut und Holunder zu finden und hat häufig erheblichen Anteil an der Heilwirkung dieser Pflanzen.

Chlorogensäure

Auch die Chlorogensäure gehört zur Klasse der sogenannten Phenolsäuren bzw. Polyphenole. Sie ist eng mit der ebenfalls in Chia-Samen enthaltenen Kaffesäure verwandt, chemisch gesehen handelt es sich bei  Chlorogensäure um einen Ester aus Kaffeesäure und Chinasäure. Besonders viel Chlorogensäure steckt in grünem Kaffee (4-14%), doch auch zahlreiche Heilpflanzen wie Baldrian, Johanniskraut und Roter Sonnenhut (Echinacea) enthalten in unterschiedlichen Konzentrationen Chlorogensäure.

Wie auch Kaffesäure ist Chlorogensäure ein kräftiges Antioxidans, das die DNA vor Schäden bewahren kann. Im Zellversuch konnte Chlorogensäure sogar wirksam gegen die Schädigung durch radioaktive Strahlung schützen.[1]

Weitere durch Studien belegte Wirkungen sind:

  • ein blutdrucksenkender Effekt [2]
  • hilft bei Leberentzündungen [3]
  • Wirkung gegen Krebszellen [4]

 Kaffeesäure

Die in den Chia-Samen enthaltene Kaffeesäure (chemisch: 3,4-Dihydroxyzimtsäure) ist ein natürliches Antioxidans, für das in Studien zahlreiche positive Wirkungen für die Gesundheit nachgewiesen werden konnte:

  • entzündungshemmend
  • schützt gegen Krebs
  • schützt die Leber
  • schützt das Verdauungssystem

Kaempferol

Kaempferol ist ein Flavanoid, das nicht nur in Chia-Samen sonder auch in zahlreichen anderen Pflanzen und Heilpflanzen vorkommt (z.B. in Ginkgo, Johanniskraut und grünem Tee).

In klinischen Studien wurden diverse pharmakologische Wirkungen von Kaempferol untersucht [5].

  • Antioxidans und Radikalfänger
  • entzündungshemmend
  • schmerzlindernd
  • anti mikrobiell,
  • anti-cancerogen
  • kardioprotektive Eigenschaften
  • neuroprotektive Eigensachaften
  • Antidiabetikum, 
  • anti-allergische Eigenschaften

Myricetin

Myricetin ist ein in Chia-Samen enthaltener sekundärer Pflanzenstoff aus der Gruppe der Flavonoide. Es ist chemisch eng mit dem ebenfalls in Chia enthaltenen Quercetin verwandt und gehört zu den wichtigsten pflanzlichen Antioxidantien. Myricetin kommt aber nicht nur in den Samen der Chia-Pflanze vor sondern auch in vielen anderen Lebensmitteln, z.B. Heidelbeeren, Trauben , Nüssen und schwarzem Tee.

 


Literatur

  1. Cinkilic, Nilufer, et al. “Radioprotection by two phenolic compounds: chlorogenic and quinic acid, on X-ray induced DNA damage in human blood lymphocytes in vitro.” Food and chemical toxicology 53 (2013): 359-363.
  2. Mubarak, Aidilla, et al. “Acute effects of chlorogenic acid on nitric oxide status, endothelial function, and blood pressure in healthy volunteers: a randomized trial.” Journal of agricultural and food chemistry 60.36 (2012): 9130-9136.
  3. Shi, Haitao, et al. “Chlorogenic acid reduces liver inflammation and fibrosis through inhibition of toll-like receptor 4 signaling pathway.” Toxicology 303 (2013): 107-114.
  4. Yang, Jai-Sing, et al. “Chlorogenic acid induces apoptotic cell death in U937 leukemia cells through caspase-and mitochondria-dependent pathways.” In vivo 26.6 (2012): 971-978.
  5. M Calderon-Montano, J., et al. “A review on the dietary flavonoid kaempferol.”Mini reviews in medicinal chemistry 11.4 (2011): 298-344. Full Text.